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  • Vanessa

ABOUT THE SISTERWOUND

Aktualisiert: Nov 30

SPETEMBER 2021



Diesen Monat möchte ich etwas Licht auf ein eher unbequemes Thema lenken, das in den letzten Wochen plötzlich sehr präsent war bei mir selbst sowie anderen Frauen in meinem Umfeld. Let's talk about the "Sister Wound", die "Schwesternwunde". Damit meinen wir alle Kränkungen und Verletzungen, die wir als Frauen durch andere Frauen erfahren haben und die seither möglicherweise unsere Beziehungen mit anderen Frauen beeinflussen. Es geht um Fragen wie: "Wie wohl fühle ich mich unter Frauen?", "Kann ich anderen Frauen vertrauen?", "Verurteile ich andere Frauen für wie sie aussehen, wie sie sich verhalten, wie sie auftreten, was sie verkörpern?", "Bin ich neidisch auf andere Frauen für ihren Körper, ihren Erfolg, ihre Partnerschaft, ihre Familie, ihren Lebensstil etc.?"


Erstmal vorweg - wir alle haben unsere Schwesternwunden. Je nach persönlichen Erlebnissen in diesem Leben, können sie an Thematik und Tiefe variieren, doch sie sind da. Bestimmt erkennst du eine oder mehrere dieser Situationen in einer ähnlichen Form wieder?


>> Du kommst zur Schule in einem brandneuen Outfit, das du super toll findest und wirst von den anderen Mädchen ausgelacht.


>> Deine beste Freundin hat nun plötzlich eine andere beste Freundin.


>> Du erfährst, dass eine Freundin letztes Wochenende mit dem Typen rumgemacht hat, auf den du schon seit langem stehst.


>> Du siehst Bilder auf Facebook von deiner Girlgang, die sich traf ohne dich auch einzuladen.


>> Deine Freundin hat keine Zeit mehr für dich, weil sie nun einen Freund / Kinder hat.


>> Du verurteilst deine Arbeitskollegin, weil sie den besseren Job bekommen hat.


>> Du fühlst dich verurteilt von anderen Frauen, weil du dich gerne schön anziehst und schminkst / weil du ehrgeizig bist.

etc. etc.


Ihr seht, da kann schon ganz viel in unseren jungen Jahren passieren, das unsere Sicht auf andere Frauen sowie auf uns selbst als Frau, prägt. Angefangen natürlich bei unserer Mutter. Sie ist die erste Frau in unserem Leben und man sagt, die Beziehung zur Mutter ist massgebend dafür, wie wir als Frauen Beziehungen zu anderen Frauen leben. War deine Mutter also nie für dich da, kann es gut sein, dass du auch als erwachsene Frau diese Dynamik gespiegelt bekommst, in dem auch deine Freundinnen nicht wirklich für dich da sind. Aber auch andere Erlebnisse beeinflussen unsere Wahrnehmung. Wenn dir eine Freundin mal deinen Freund ausgespannt hat, ist es klar, dass es dir dann schwer fällt, anderen Frauen zu vertrauen.


Doch die Wunde geht noch tiefer. Ich glaube sie hängt nicht nur mit unseren persönlichen Erlebnissen in diesem Leben zusammen, sondern da schwirrt auch noch ganz viel aus früheren Leben und der Ahnenlinie rum. Aus Zeiten, wo es unser ganzes Leben bestimmte, welchen Mann wir uns ergattern konnten. Aus Zeiten, wo es dein Ende bedeutete, deinen Mann an eine andere Frau zu verlieren, weil du finanziell von ihm abhängig warst. Aus Zeiten, wo wir uns gegenseitig verraten und auf den Scheiterhaufen geschickt haben. Aus Zeiten, wo es als zutiefst sündhaft galt als Frau Schönheit, Sinnlichkeit und Sexualiät zu zelebrieren. Aus Zeiten, in denen wir nach Macht strebten, und unsere (magischen) Kräfte gegeneinander einsetzten. Aus den Zeiten, in denen wir in irgendeinen Schwesternorden eintraten und uns ewige Treue schworen.


All dieses Zeug sitzt tief im kollektiven Unterbewusstsein und prägt uns bis heute. Und alle Konflikte und Challenges mit unseren Schwestern, die nun in unser Leben treten, sind da, um uns darauf aufmerksam zu machen, was es noch zu heilen gibt. Für uns selbst und das Kollektiv.


Ich habe die Schwesternwunde schon früh wahrgenommen. Sie wird uns als Kinder und Teenies in Filmen und Serien vorgespielt, als sei das die offensichtliche Realität. Zickenkrieg, Lästereien, Cheerleader Captain vs. das graue Mäuschen, Kampf um den süssesten Jungen, später Kampf um die Beförderung oder den perfekten Ehemann. Und immer noch verurteilen wir uns gegenseitig. Mit wie vielen Männern wir schlafen, wie wir uns kleiden und präsentieren, ob wir Karriere machen wollen oder Mutter sein möchten etc. etc.


Ich empfand das immer als besonders toxisch, wenn wir Frauen uns gegenseitig in den Rücken fallen. Ich glaub, das war eines der Themen, wieso ich überhaupt mit Frauen arbeiten wollte und Woman's Circles halten wollte. Es fühlte sich für mich immer falsch an, über andere Frauen zu lästern, obwohl ich es natürlich auch tat. Es tat weh, Neid zu verspüren, weil ich merke, was ich an einer anderen Frau beneide ist etwas, das ich mir selbst nicht erlaube zu sein oder zu haben. So sind wir doch immer nur Spiegel füreinander. Unsere Schwestern lassen uns uns selbst besser sehen.

Darum ist es wertvoll dir mal folgende Fragen zu stellen und wirklich ehrlich mit dir selbst zu sein.


"Was verurteile ich an anderen Frauen und wieso?"

"Wann verspüre ich Neid und wieso?"

"Wann kommen Konkurrenzgefühle auf und wieso?"

"Wann fühle ich mich verunsichert von anderen Frauen und wieso?"

"Welche Art von Enttäuschungen oder Verletzungen von Frauen nimmst du am häufigsten wahr? Kannst du ein Muster erkennen?"


Wir sind alles Menschen und wir alle verletzen andere manchmal und werden verletzt. Wir alle machen manchmal Fehler. Wir waren alle schon auf beiden Enden des Spektrums - Opfer und Täter. Die Frage ist nur, wie wir damit umgehen, wenn die Schwesternwunde aktiviert wird.


So Schwestern, lasst uns zusammen diese Themen angehen und heilen. Lasst uns trotz Schmerz und Verletzungen aufeinander zugehen, den Dialog suchen, Mitgefühl zeigen, verzeihen und uns über all diese alten, ungesunden Muster hinwegsetzen. Das ist natürlich viel einfacher gesagt als getan und braucht wohl Zeit.


Aber was wäre, wenn wir uns nicht mehr gegenseitig verurteilen, sondern uns an der Individualität jeder Frau erfreuen? Was wäre, wenn wir nicht mehr neidisch sein müssten, sondern uns gegenseitig inspirieren? Was wäre, wenn wir uns nicht mehr als Konkurrentinnen sondern als Mitstreiterinnen sehen? Was wäre, wenn wir uns nicht mehr klein machen müssten, aus Angst beneidet oder verurteilt zu werden, sondern in unserer ganzen Pracht uns selbst sein könnten?


Well, it's in our hands, Sisters! I pray we will rise above everything that created the separation and distrust in the sisterhood. Only we can heal it. For ourselves and the next generations to come.


Much love,

Vanessa

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