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  • Vanessa

FOR THE FIRE

NOVEMBER 2021



Was sich letzten Monat in meinem Leben verändert hat? Ich glaub am allermeisten hat sich meine Beziehung zu Feuer transformiert! Das klingt vielleicht banal but for me it's quite big. I fell in LOVE with fire. Lasst mich euch mehr darüber erzählen.


Von allen vier Elementen war mir das Feuer mein ganzes Leben lang das unsympathischste. Geboren im Hochsommer unter dem Feuerzeichen Löwe fragte ich mich als Kind oft, was hab ich hier wohl verloren. Ich war ein eher stilles und schüchternes Kind, das sich von der sanften und fliessenden Energie des Wassers angezogen fühlte. Beim besten Willen konnte ich kein Feuer in mir selbst wiedererkennen.


Dies lag vermutlich an meiner Definition und Einstellung zum Feuer. Ein feuriger Mensch war für mich super energetisch, laut, nervös, extrovertiert, will das Zentrum der Aufmerksamkeit sein, ist oft wütend, bestimmend und rechthaberisch. Qualitäten also, die nicht unbedingt positiv sind und die meine einseitig negativ geprägte Sicht aufs Feuer veranschaulichen. Feuer ist gefährlich! Feuer verbrennt und zerstört. Better don't mess with it!


Das führte dazu, dass ich auch als Teenager und junge Frau das Feuer in mir unterdrückte. Wut wurde schön verwässert, Selbstvertrauen unter Bescheidenheit vergraben und Ambition mit Marijuana weggeblasen. Natürlich war alles immer noch da, aber ich erlaubte es mir nicht wirklich es angemessen auszuleben. Ich fühlte mich mehr zu Hause bei Wasser, Erde und Luft, weil ich wohl unbewusst davon ausging, dass alle anderen die feurigen Qualitäten genauso verurteilten wie ich.


Als ich älter wurde, traf ich immer mehr Menschen, die für mich positive Feuerenergie verkörperten und davon fühlte ich mich angezogen. Plötzlich merkte ich, dass Feuer auch in Liebe, Leidenschaft, Kreativität, Zelebration, Nähe, Licht, Wärme, Schutz, Kraft, Mut, Freude, innere Stärke, Extase und in noch viel mehr Schönem zu finden ist. Und plötzlich war das Feuer überall and I loved it.


Und doch wusste ich, da ist noch mehr. Erst durchs Eintauchen in spirituelle Praktiken und vor allem die Frauenarbeit konnte ich mich in den letzten Jahren noch mehr anfreunden mit dem Feuer in mir. Verkörperung durch Tanz und Yoga, Emotional Release Practices, das Erlernen von Kommunikationstools und

Sessions mit vielen Therapeuten haben mir geholfen mein inneres Feuer zu spüren, die Kali und Wild Woman in mir willkommen zu heissen und lieben zu lernen. Und nun durfte ich mich auch endlich mit dem physischen Feuer connecten.


Bei uns im Dorf gab es keine Pfadi und meine Eltern sind auch keine "Lasst uns in den Wald gehen und ein Feuer machen"-Menschen. Ich hatte also ziemlich wenig Kontakt mit echtem Feuer als ich aufwuchs. Selbst später mochte ich es nicht wirklich an Lagerfeuern zu sitzen. Es war mir zu heiss und ich fand den Rauch nervig. Es fühlte sich schmutzig an und der Gedanke, dass meine ganzen Kleider und Haare nach Rauch riechen würden, mochte ich nicht. Zudem fühlte es sich nie ganz sicher an, da jederzeit ein Funke aus dem Feuer in mein Gesicht spicken könnte. Und wenn ich nur versuchen würde Holz ins Feuer zu legen, würde es mich bestimmt verbrennen.


All diese "Ängste" vor dem Feuer wurden mir erst vor kurzem bewusst. Bislang konnte ich dem Feuer auch ganz gut ausweichen. Es gab noch nie eine Situation, in der ich ein Feuer hätte selber machen müssen, und ich verspürte bisher auch nicht den geringsten Wunsch es jemals zu tun oder zu lernen. Ich dachte es sei super schwierig, anstrengend und brauche viel Geduld und ... ach das ist nichts für mich. Sollen die Männer machen.


Und doch gab es einen Teil in mir, der wusste, dass ich mich dieser Challenge früher oder später stellen würde. Und so wurden wir in Vorbereitung auf das Earth Priestess Training in Mexico aufgefordert, für uns allein eine Sacred Fire Ceremony zu halten. Dazu mussten wir obviously unser eigenes Feuer machen. Also ging ich an meinen secret Spot in der Natur, fand dort eine nie zuvor wahrgenommene, überwachsene und offenbar lange nicht mehr gebrauchte Feuerstelle. "Woow, nice! Das ist ein Zeichen - der Feuer Spirit ist auf meiner Seite.", dachte ich schmunzelnd. Mit viel Achtsamkeit und voller Hingabe entfernte ich altes Laub und Gestrüpp von der Erde innerhalb des Steinkreises, segnete sie mit Tabak und suchte Holz zusammen. Ich war etwas nervös und doch super confident, dass es mir gelingen würde dieses Feuer nun ganz alleine zum brennen zu bringen. Und es war überraschend easy. Stolz und happy sass ich grinsend an meinem Feuer, sang und redete zu ihm, stellte mich vor, gab Dank, Gebete und Tabak. Und plötzlich schienen all meine Ängste wie weggeblasen. Plötzlich war das Feuer nicht mehr ein wildes, heisses und unangenehmes Etwas, sondern ein Wesen. Ein Wesen, dem ich soeben Leben eingehaucht hatte und das sich freut, dass ich da bin und ihm vorsinge und Geschenke mache. Es schien, als hätte ich einen neuen Freund gefunden und ich fühlte mich so kraftvoll und fröhlich wie schon lange nicht mehr.


Einige Wochen später fand ich mich also in Mexico wieder. Für 17 zeitlose Tage durfte ich zusammen mit 20 anderen Frauen wertvolle Praktiken im Umgang mit den Elementen erleben und erlernen. Es freute mich zu hören, dass es nicht weit von unserem Essbereich im Resort eine Feuerstelle hatte, wo das Feuer während unserer ganzen Zeit hier brennen sollte. Jeden Tag konnten sich zwei von uns als Temple & Fire Keepers melden und sich einen Tag lang um das Feuer und unseren Temple Space kümmern. An dem Tag, an dem diese Aufgabe bei mir lag, wachte ich früher auf als sonst. Noch bevor ich mir Zeit nahm für meine Yoga und Chi Gong Routine, zog es mich raus zum Feuer. Da lag sie, ein Haufen grauer Asche. Es hatte geregnet in der Nacht, doch einige der dicken Holzscheite leuchteten noch mit Glut. Ich richtete die alten Scheite wie es mir sinnvoll erschien und legte neues Holz nach und begann zu pusten. Es wurde mir fast schwarz vor Augen, so fest pustete ich. Der Qualm des nassen Holz stach mir in den Augen. Aber es machte mir nichts aus. Weiter sass ich bei ihr geduldig, arrangierte das Holz wieder und wieder neu, wie eine Mutter liebevoll die Kleider ihres Kindes zurechtzupft. Beobachtend wie sie reagieren würde. Ich spürte wie ein uraltes Erinnern in mir hochkam. An Zeiten, wo Frauen die Wächterinnen des heiligen Feuers waren. Und all meine Unsicherheiten waren weg. Suddenly i just KNEW the fire again. Und da, plötzlich machte sie eine Flamme. Und wieder fühlte ich mich wie eine Mutter, der sich das Herz öffnet, wenn sie ins lachende Gesicht ihres Kindes blickt.


Den ganzen Tag konnte ich es kaum erwarten aus den Stunden zu kommen und gleich rüber zum Feuer zu gehen, zu schauen, ob sie happy ist, ob sie genug Holz hat, ob es auch schön liegt, sodass sie wunderbar brennen kann. Auch für die restliche Zeit dort, konnte ich es mir nicht verkneifen ständig zu ihr hinzugehen, ihr Tabak und Cacaobohnen zu bringen und mich um sie zu kümmern, wenn die anderen es meiner Meinung nach nicht gut genug taten. Oft setze ich mich aber auch nur zu ihr hin und schaute ihr zu. Am liebsten ganz nahe. Plötzlich liebte ich diese Hitze. Obwohl es ja sonst schon tropisch heiss war, spürte ich wie ihre Wärme mir gut tat. Als ob ich diese Feuerenergie so in mein Wesen aufnehmen könnte. Der Schweiss tropfte mir vom ganzen Körper und immer wieder biss der Rauch in meinen Augen. Aber es machte mir nichts aus.


Dies alles war eine sehr unerwartete Love Story, in einer Zeit, in der ich die Qualitäten des Feuers wieder vermehrt in mein Leben rief und ich kann es kaum erwarten diese Verbindung über mein restliches Leben aus zu vertiefen.

"Wir müssen über unsere Komfortzone hinausgehen, um eine tiefere Verbindung zu den Elementen zu schaffen", hatte Anna Maria gesagt. Und es lohnt sich :)


>> Wie ist deine Beziehung zum Feuer?


>> Oder mit welchem anderen Element hast du am meisten Mühe?


I would LOVE to hear! Please share or comment!



Keep burning!

Vanessa

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